Mehr-als-menschliche Geographien der Transformation: Hydropolitische Räume der Kontamination in und um Bitterfeld-Wolfen
Wie werden Wasser, Schadstoffe und industrielle Altlasten in der Region Bitterfeld-Wolfen politisch, ökologisch und gesellschaftlich ausgehandelt, und wie prägen diese Aushandlungen die Transformation hydropolitischer Räume?
Dieses Forschungsprojekt untersucht die vielschichtigen Verflechtungen von Wasser, Raum und Politik – und in welchem Maße diese Verflechtungen die Grenzen menschlicher Handlungsmacht überschreiten.
Die Region Bitterfeld-Wolfen steht exemplarisch für eine lange Industriegeschichte, in der Bergbau, chemische Produktion, Wasserbau und Abwasserbewirtschaftung die Grundwasser- und Flusssysteme bis in die Gegenwart prägen. Die hieraus resultierenden Dynamiken von Schadstoffen – insbesondere solcher, die mit dem persistenten Hexachlorcyclohexan (HCH) in Verbindung stehen – erzeugen nicht nur ökologische Risiken, sondern auch komplexe Aushandlungsfelder zwischen Naturschutz, Altlastensanierung, Eigentumsverhältnissen, landwirtschaftlicher Nutzung und regionalen Transformationszielen.
In diesem Projekt verfolge ich das Ziel, die vielfältigen Weisen nachzuzeichnen, in denen Menschen sowohl mit den ökologischen Hinterlassenschaften der Vergangenheit als auch mit den agentiellen Qualitäten von Wasser, Schadstoffen und anderen mehr-als-menschlichen Entitäten in Beziehung treten. Ich argumentiere, dass die Transformation hydropolitischer Räume nicht allein als ein rein technischer oder politischer Prozess begriffen werden sollte, sondern als ein zutiefst relationaler.
Daher sehe ich die Untersuchung dieser Relationen – ihrer Konflikte, Materialitäten, Temporalitäten und Historizität – als zentral für das Verständnis davon, wie hydropolitische Räume der Kontamination bewohnbar gemacht, transformiert und nachhaltig gestaltet werden können.
