Jürgen Viet Anh Höpfel
Jürgen Viet Anh Höfel vom Innovationsteam A2 hatte bei der 21. Sommerakademie (SOMAK) der Kulturstiftung Hohenmölsen (14. bis zum 16. September 2025) die Gelegenheit seine Masterarbeit über die affektiven Alltagsrealitäten des Strukturwandels im Mitteldeutschen Revier vorzustellen.
Unter dem Motto „IM REVIER – Vernetzen. Gestalten. Entwickeln.“ bot man uns neben einer Plattform zum Präsentieren unserer eigenen Ideen auch einen intensiven interdisziplinären Austausch. Gemeinsam mit anderen jungen Forschenden, Studierenden, engagierten Menschen aus der Region sowie lokalen Akteur/innen aus Politik, Wirtschaft und Verwaltung diskutierten wir Perspektiven auf, aus und für das Revier.
Nach einer Begrüßung durch Bürgermeister und zugleich Direktor der Kulturstiftung sowie Jury-Mitglied Andy Haugk, schwor uns der Vorsitzende des Kuratoriums der Kulturstiftung und Koryphäe der Regionalforschung im Mitteldeutschen Revier, Prof. Dr. Andreas Berkner, ebenfalls mit ein paar bestärkenden Worten auf die nächsten Tage des Austauschs ein. Delegationen der MIBRAG-Geschäftsführung, Landtagsabgeordnete, sowie Angehörige lokaler Stadtverwaltungen waren auch in den Rängen der Jury und Begrüßungsredner/innen vertreten.
Die Konferenzteile der zweitägigen Zusammenkunft im Bürgerhaus Hohenmölsen ermöglichten es, unsere Beiträge und Perspektiven zu Leben, Arbeit und Strukturwandel im Zeitz-Weißenfelser Revier vorzustellen und diese direkt mit den anwesenden Expert/innen aus Wissenschaft, Politik und Wirtschaft zu diskutieren. Insgesamt steuerten 15 Teilnehmende, unter ihnen neben mir auch Kollege Martin Kriemann vom Team A4, ihre Beiträge und Ideen für das Revier bei.
Neben freier Kost und Logis in bester Hohenmölsener Lage war mein zweites persönliches Highlight das thematisch wie räumlich vielfältige Exkursionsprogramm zwischen den Konferenzteilen. So besuchten wir unter anderem den MIBRAG-Tagebau Profen, den Chemie- und Industriepark Zeitz und das aktivistisch-wiederbelebte Kloster Posa. Diese Ausflüge waren nicht nur eine spannende Ergänzung zu den Vorträgen, sondern brachten uns auch in direkten Kontakt mit den realen Herausforderungen und Chancen des Strukturwandels im Revier und jenen die sich tagtäglich mit ihnen konfrontiert sehen. Dabei wurden viele Perspektiven greifbar – vom industriellen Wandel bis hin zu kulturellen Visionen für eine nachhaltige Zukunft wurde uns alles geboten.
Auch die Breite der vorgestellten Beiträge meiner Mitstreiter/innen war beeindruckend: Neben regional-historischen Projekten wurden auch Themen wie Industriekultur, soziale Teilhabe, chemische Prozesse oder aber auch künstlerische und kritische Spurensuchen im Revier behandelt. Trotz beherzter – jedoch mitunter schwer verdaulicher – Vortragsleistungen zog die JTC-Delegation bei der abschließenden Förder- und Anerkennungspreisverleihung den Kürzeren. Wir beglückwünschen ein zivilgesellschaftliches Projekt zur Wiederbelebung der alten Stadtbibliothek in Zeitz, das sich verdientermaßen die Gunst der Jury und somit den diesjährigen Förderpreis sichern konnte. Selbstverständlich beglückwünschen wir ebenfalls alle Anerkennungspreisträger/innen.