Zwischen Marginalisierung und Emanzipation: Aushandlungen um Zugehörigkeit und „Ostdeutsch-sein“ in Transformationen des südlichen Sachsen-Anhalts
Wie werden „Ostdeutsch-sein“ und Zugehörigkeit im südlichen Sachsen-Anhalt unter Bedingungen des Strukturwandels lokal gedeutet, erlebt und neu ausgehandelt?
Das südliche Sachsen-Anhalt ist seit der Wiedervereinigung durch wiederkehrende, tiefgreifende Umbrüche und Transformationen geprägt. In aktuellen Transformation dominieren dabei häufig defizitäre Perspektiven auf „Ostdeutschland“ und „den Osten“, während die Emotionen, Praktiken und Narrative vieler Menschen vor Ort wesentlich vielfältiger ausfallen.
So entfalten sich durchaus auch emanzipatorische Potenziale, die andere Bilder von „Ostdeutsch-sein“ zeichnen und Zugehörigkeiten vor dem Hintergrund des Strukturwandels neu aushandeln. Ziel dieser Dissertation ist es, lokale Perspektiven auf „Ostdeutsch-sein“ und Zugehörigkeit in den Mittelpunkt zu stellen.
Im Rahmen qualitativer Feldforschungen im südlichen Sachsen-Anhalt, werden die Erfahrungen von Menschen in peripherisierten Regionen erforscht. So soll ein Beitrag zu einem differenzierteren Verständnis der Transformationsprozesse in der Region geleistet werden. Zentral sind dabei Narrative und Emotionen, aber auch Praktiken lokaler zivilgesellschaftlicher Akteur:innen, wie Heimatvereine, die verdeutlichen, wie Menschen durch Engagement eigene Deutungen ihrer Region entwickeln.
