„Sachsen-Anhalt ist entscheidend für unsere europäische Unabhängigkeit. Wir brauchen Sie hier bei uns in Europa“, sagte die EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen in ihrem Grußwort beim Sommerfest der Landesvertretung Sachsen-Anhalt bei der Europäischen Union in Brüssel. Das Fest zählt zu den wichtigsten Netzwerkveranstaltungen des Landes in Brüssel. In diesem Jahr fand es unter dem Motto „Die Stadt Halle (Saale) trifft Europa – an der Schnittstelle der digitalen Transformation von Wissenschaft, Wirtschaft und Gesellschaft“ statt. Die Stadt war diesmal Veranstaltungspartnerin des Sommerfests.
Die Landesvertretung von Sachsen-Anhalt in Brüssel richtet jährlich einen Sommerempfang für Vertreter*innen aus Politik und Wirtschaft mit wechselndem Fokus aus. 2026 war die Stadt Halle der Co-Gastgeber und der Strukturwandel stand besonders im Vordergrund.
Die Universität Halle erhielt großen Zulauf an ihrem Stand, an dem sie die drei Strukturwandelinitiativen Just Transition Center (JTC), „Innovationsregion für die digitale Transformation von Pflege und Gesundheitsversorgung“ (TPG) und „DiP Sachsen-Anhalt – Modellregion der Bioökonomie“ präsentierte. Neben diesen Projekten waren auch das Zukunftszentrum für Deutsche Einheit und Europäische Transformation, das „Smart City“-Projekt der Stadt Halle sowie das RAW-Stadtrevier vertreten.
Aus dem JTC sind wir mit ausgewählten Projekten nach Brüssel gereist. Gemeinsam mit unserer Kollegin Georgia Könemann stellten wir die vielfältigen Projekte des Teams C2 vor und erläuterten insbesondere den EU-Vertreter*innen die Vorteile unseres Förderrichtliniengenerators. Martin Häuer von C1 „Nachhaltigkeit-Normung“ hatte den Projektpartner OpenScan dabei, dessen handlicher 3D-Scanner auf großes Interesse bei dem Publikum stieß, das kaum glauben konnte, dass nahezu jedes Objekt für 3D-Druck nutzbar ist. Thomas Megel, Geschäftsführer von OpenScan bewies außerdem, dass sich mit Open Sourc-Hardware – also Geräten, deren Bau- und Schaltpläne quelloffen verfügbar sind – ein Geschäft aufbauen und Geld verdienen lässt und verblüffte damit die Gäste des Abends.
„Open-Source war den meisten Besuchern bei uns am Stand neu, was mich, ehrlich gesagt, ein bisschen überrascht hat, jetzt da die Debatte ja schon relativ weite politische Wellen geschlagen hat. Umso schöner zu sehen, wie bei den allermeisten nach ein paar Minuten Gespräch dann ein fast hörbarer Klick im Kopf kam, gefolgt von beeindrucktem Nicken und Sätzen wie ‚war mir gar nicht bewusst, was die MLU alles so macht; wirklich toll'“. (Martin Häuer)
Aus dem sozialwissenschaftlichen Bereich war unsere Netzwerkerin Steffi Formann vor Ort, die bereits in der ersten Viertelstunde des Abends ihre wichtigsten Kontakte geknüpft hatte. In der übrigen Zeit stellte sie gemeinsam mit Projektpartner Stefan Kreisel von RBFK e.V. ihre Arbeit zur Bodenremediation mittels sogenanntem Phytomining vor. Besonders erfreut war Gregory Gan, visueller Anthropologe und Künstler am JTC, der zum ersten Mal seine Bildserie zum südlichen Sachsen-Anhalt vorstellen konnte: er hatte vier Bilder mit Pigmenten auf Basis regionaler Materialien angefertigt (z.B. mit Kohle, Lignin oder Beton) und stellte diese im Saal zum ersten Mal einem internationalen Publikum vor. Ab Sommer 2026 werden die Bilder als Dauerleihgabe im LegalTech Lab aushängen und so im Rahmen der Öffnungszeiten und während Veranstaltungen besichtigt werden können.
Anke Schwarz und Paul Zschocke von Team A5 sind gleich mit einer ganzen Studierendengruppe angereist. Im Rahmen ihres Seminars „Just Transition in Brüssel“ hatten sie eine Exkursion in die europäische Hauptstadt unternommen, an deren Ende der feierliche Besuch des Sommerfestes stand. Die Studierenden knüpften wertvolle Kontakte zu wichtigen Akteuren der EU-Landschaft und freuten sich über ein Gruppenfoto mit Halles Oberbürgermeister Alexander Vogt.
Da das JTC ein EU-gefördertes Projekt (Mittel aus dem Just Transition Fonds – JTF) ist, waren auch Vorstandsmitglied Prof. Christian Tietje und Projektkoordinatorin Simone Müller in Brüssel dabeio, um das Projekt zu repräsentieren und zu netzwerken. Sachsen-Anhalts Ministerpräsident bekräftigte im Gespräch am JTC-Stand seine ausdrückliche Unterstützung für das Projekt und drängte die Vorstände, sich unbedingt um eine Weiterförderung aus im Land vorhandenen JTF-Mitteln zu bewerben.