Aus der Digitalisierung eine Rendite ziehen? Diese Frage stand im Mittelpunkt des 6. Digitalisierungsforums des Ministeriums für Infrastruktur und Digitales (MID) in Magdeburg am 11. Dezember 2025.
Das Just Transition Center JTC war eingeladen, um zwei seiner aktuellen Forschungs- und Entwicklungsprojekte vorzustellen. Rund 25 Vertreterinnen und Vertreter aus Landesverwaltung, Kommunen sowie Fachministerien diskutierten über Wege, wie Digitalisierung echten Mehrwert für das Land Sachsen-Anhalt schaffen kann.
Digitalisierung von Verwaltungsprozessen
Staatssekretär Bernd Schlömer eröffnete die Veranstaltung und gab einen Überblick zum Stand zentraler Digitalisierungsthemen im Land. Für 2026 kündigte er die Einrichtung eines Runden Tisches Open Source an – eine Plattform, auf der künftig auch die wissenschaftliche Expertise des JTC eingebunden werden könnte.
Unter den Gästen waren neben den CDOs Tobias Krüger (MID) und Dr. Kathrin Meyer-Pinger (Bildungsministerium Sachsen-Anhalt) auch Vertreterinnen und Vertreter aus der Staatskanzlei, dem Städte- und Gemeindebund Sachsen-Anhalt (SGSA) sowie dem Landkreistag.
Frank Bonse (MID) stellte die kürzlich geschlossenen Vereinbarungen mit dem Kreistag und dem SGSA vor. Ziel der Kooperationen ist es, die Landkreise bei der Digitalisierung ihrer Verwaltungsprozesse zu stärken und gezielt Expertise rund um diese Themen aufzubauen.
JTC stellt Projekte vor: Open Source und Richtliniengenerator
Die Gesamtidee und Philosophie des JTC stellte Dr. Cornelia Deimer, Revierscout, vor: Das Projekt untersucht 17 zentrale Zukunftsfragen aus den Bereichen Gesellschaft, Materialwissenschaften und Rechtswissenschaften, die sich rund um Transformation und Strukturwandel ergeben. Ziel ist es, diese Fragen praxisnah umzusetzen und Lösungsansätze für die Region zu entwickeln. Die Digitalisierung der Verwaltung und der Einsatz von Open-Source-Lösungen sind dabei zentrale Bausteine.
Daran anknüpfend präsentierte Martin Häuer (Team C1) mit seinem Team die Arbeit zu Open Source im Soft- und Hardwarebereich sowie zur Standardisierung. Die Gruppe hat in den vergangenen Jahren europaweit Expertise aufgebaut und bereits sichtbare Erfolge erzielt.
Mit einem konkreten Praxisbeispiel zeigte Georgia Könemann (Team C2), wie ein im LegalTech Lab des JTC entwickelter Richtliniengenerator Verwaltungen künftig bei der Erstellung rechtlicher Vorgaben unterstützt.
Welche Rolle spielt Künstliche Intelligenz (KI)?
Den Abschluss bildete der Vortrag von Prof. Dr. Katja Nebe (Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg), die die Rolle Künstlicher Intelligenz unter dem Aspekt von Geschlechtergerechtigkeit und Diskriminierungsfreiheit beleuchtete – ein wichtiges Querschnittsthema für die Digitalisierung öffentlicher Prozesse.
Das JTC zieht ein positives Fazit: Die Veranstaltung bot wertvolle Impulse, neue Vernetzungsmöglichkeiten und zahlreiche Anknüpfungspunkte für Kooperationen im Jahr 2026. Ein reger Austausch mit Politik, Verwaltung und regionalen Akteuren wurde angestoßen und soll in den kommenden Monaten weitergeführt werden.