Dr. Larissa Fleischmann

Forschungsgruppenleiterin

Kontakt


Vielfalt in sozial-ökologischen Transformationen

Portrait Larissa Fleischmann, Teamleiterin, Team A6. Foto JTC | Markus Scholz

Vita

Juli-August 2025

DAAD Fellowship, Universitas Indonesia, Depok, Indonesia

Seit Dezember 2024

Wissenschaftliche Teamleiterin des Innovationsteams A6 „Vielfalt in sozial-ökologischen Transformationen: Migration, Demographischer Wandel & Umwelt“ am Just Transition Center (JTC) der MLU Halle-Wittenberg

2018-2024

Wissenschaftliche Mitarbeiterin in der Fachgruppe Anthropogeographie, MLU Halle-Wittenberg

2019

Promotion zum Doktor der Sozialwissenschaften (Dr. rer. soc.), Titel der Promotion „The Contested Solidarities of Refugee Support in Germany: Actions between Humanitarian Help and Political Activism“ (verteidigt mit summa cum laude und ausgezeichnet mit dem Förderpreis 2021 der Sektion Migration und ethnische Minderheiten der Deutschen Gesellschaft für Soziologie)

2014-2018

Wissenschaftliche Mitarbeiterin und Doktorandin im Exzellenzcluster „Kulturelle Grundlagen von Integration“ und Lehrstuhl für Ethnologie und Kulturanthropologie, Universität Konstanz.

2013–2014

Masterstudium „Human Geography – Space, Politics and Power“ (MRes) an der University of Glasgow, Großbritannien.

2010–2013

Studium der Geographie (B.Sc.) an der Universität Bayreuth

2009–2013

Studium der Geographischen Entwicklungsforschung Afrikas (B.A.) an der Universität Bayreuth

 

Weitere Informationen

Dr. Larissa Fleischmann ist Humangeographin mit Schwerpunkten in der Politischen Geographie, der geographischen Mensch-Umwelt-Forschung sowie der Migrations- und Grenzforschung. Aktuell erforscht sie Mensch-Umwelt-Beziehungen im Kontext planetarer Transformationen mit besonderem Blick auf die zugrunde liegenden politischen Aushandlungen und Machtstrukturen. Mit ihren Arbeiten trägt sie unter anderem zur Weiterentwicklung einer mehr-als-menschlichen Politischen Geographie bei. Dabei verfolgt sie drei zentrale Forschungsschwerpunkte:
Erstens untersucht sie die eigensinnigen Mobilitäten nichtmenschlicher Akteure, wie Tiere und Viren, sowie die Regierungspraktiken, die diese durch territoriale Grenzziehungen einzuhegen und zu kontrollieren suchen. Dabei interessiert sie sich besonders für die materielle Hervorbringung von Grenzen, etwa durch Veterinärzäune, aber auch für andere empirische Kontexte, in welchen territoriale Grenzen durch Begegnungen zwischen Lebewesen hervorgebracht, ausgehandelt oder herausgefordert werden.
Zweitens untersucht sie, wie als abstoßend wahrgenommene Lebewesen und waste animals durch biopolitische und thanatopolitische Regierungsregime hervorgebracht werden. Ihre Arbeiten fragen danach, wie Machttechnologien über Mensch-Nichtmensch-Dichotomien hinweg wirken, indem sie zwischen schützenswertem Leben einerseits und potenziell entbehrlichem Leben andererseits unterscheiden. Diese Zusammenhänge erforscht sie empirisch im Kontext der Herstellung von Biosicherheit sowie anhand weiterer Formen der Ausbeutung nichtmenschlicher Lebewesen im Kapitalozän.
Drittens beschäftigt sich Dr. Larissa Fleischmann mit bislang weniger untersuchten Dimensionen des Strukturwandels. Sie erforscht, wie Wasser, unterirdische Räume und mehr-als-menschliche Beziehungen Transformationsprojekte ko-konstituieren und herausfordern. In diesem Zusammenhang entwickelt sie derzeit ein Projekt zur Inwertsetzung von Grubenwasser für die geothermische Energiegewinnung. Darüber hinaus interessiert sie, wie Strukturwandel „von unten“ ausgehandelt und mitgestaltet wird, etwa durch zivilgesellschaftliche Akteure. Dabei widmet sie sich auch der Frage, wie Strukturwandel in zunehmend vielfältigen, durch Migration geprägten Gesellschaften ausgehandelt wird und wie Transformationsprojekte zu Schauplätzen gesellschaftlicher Konflikte und rechtsextremer Mobilisierung werden.
In ihrem Habilitationsprojekt Tiere, Macht und Raum: Mehr-als-menschliche Politische Geographien der Tiergesundheit untersucht Larissa, wie sich die Regulierung von Tierkrankheiten in Praktiken der Grenzziehung und Territorialisierung materialisiert. Das Projekt wird durch eine Sachbeihilfe der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) gefördert. Auf der Grundlage empirischer Forschungsarbeiten zur Afrikanischen Schweinepest in Deutschland und zur Maul- und Klauenseuche in Namibia arbeitet sie auf, wie Biosicherheitsregime durch (post-)koloniale Formen veterinärmedizinischen Regierens hervorgebracht werden. In diesem Zusammenhang arbeitet sie derzeit gemeinsam mit Dr. Wisse van Engelen an dem Open-Access-Sammelband Critical Animal Health Studies, der in der Reihe Multispecies Encounters bei Routledge erscheinen wird.
Dr. Larissa Fleischmann leitet derzeit das Innovationsteam A6 Vielfalt in sozial-ökologischen Transformationen am Just Transition Center der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg. Gemeinsam mit ihrem Team führt sie transdisziplinäre Forschungsprojekte zu Migration, zivilgesellschaftlicher Teilhabe und Mensch-Umwelt-Beziehungen in Transformationsprozessen im Mitteldeutschen Braunkohlerevier durch.
Ihre Promotion im Fach Sozial- und Kulturanthropologie schloss sie im Februar 2019 an der Universität Konstanz ab. Von 2014 bis 2018 war sie dort als wissenschaftliche Mitarbeiterin am Exzellenzcluster Kulturelle Grundlagen von Integration tätig. Ihre Dissertation erschien unter dem Titel Contested Solidarity: Practices of Refugee Support between Humanitarian Help and Political Activism im Transcript Verlag und ist Open Access verfügbar. Darin untersucht sie vielfältige Praktiken der Flüchtlingsunterstützung, die sich in Deutschland im Zuge des Migrationssommers 2015 entwickelten. Die Dissertation wurde 2021 mit dem Preis für herausragende Dissertationen der Sektion Migration und ethnische Minderheiten der Deutschen Gesellschaft für Soziologie ausgezeichnet.

Projekte

Geschichten des Wandels, Räume der Möglichkeiten: Partizipative Erschließung von Transformationserfahrungen und Zukunftsentwürfen in Wolfen-Nord

Dieses partizipative Transferprojekt entwickelt an der Schnittstelle von Wissenschaft und Praxis innovative Formate. Diese bearbeiten die zentrale Frage: Wie können unterschiedliche Erfahrungen von Wandel sichtbar gemacht und ins Gespräch gebracht werden – und wie lassen sich daraus Ideen für eine sozial gerechte, ökologische und demokratische Stadt- und Quartiersentwicklung entwickeln?

Tiere, Macht und Raum: Mehr-als-menschliche Politische Geographien der Tiergesundheit

Wie werden räumliche Grenzen im Kontext der Herstellung von Tiergesundheit hervorgebracht, legitimiert, stabilisiert, verschoben oder infrage gestellt? Dieses Forschungsprojekt untersucht die räumliche Regulierung von Tierkrankheiten, wie der Afrikanischen Schweinepest oder der Vogelgrippe, aus Perspektive einer mehr-als-menschlichen Politischen Geographie.

Energiewende im Untergrund? Subterrane Geographien der Transformation am Beispiel der geothermischen Nutzung von Grubenwasser in Mansfeld-Südharz

Wie werden unterirdisch zirkulierende Grubenwässer im Kontext aktueller Debatten um Energiewende und Strukturwandel in Ostdeutschland verhandelt, reguliert und für geothermische Nutzungen in Wert gesetzt? Dieses Forschungsprojekt untersucht, wie Energiewenden „unter Tage“ verhandelt und materiell hervorgebracht werden und sich zugleich „über Tage“ in umkämpften politischen Auseinandersetzungen und mehr-als-menschlichen Relationen entfalten.

Kontakt

Dr. Larissa Fleischmann

Forschungsgruppenleiterin

Institut für Geowissenschaften und Geographie
Von-Seckendorff-Platz 4
06120 Halle (Saale)

 

Mail larissa.fleischmann@geo.uni-halle.de
Zimmer H4 2.32
ResearchGate Larissa-Fleischmann

Publikationen

Hier finden Sie eine Auflistung der Veröffentlichungen von Dr. Larissa Fleischmann für das Just Transition Center.

Eine komplette Liste von Larissa Fleischmanns Veröffentlichungen finden Sie in diesem Dokument (Download PDF).

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