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Lebendige Diskussion mit Podium und Publikum zum Filmabend
1. Juli 2026
Ausschnitt aus einem Video: Händen halten zwei verschieden große Muscheln

Das JTC-Team A7 (Transregionale Just Transition Governance) veranstaltete am 25.06.2026 im Puschkino einen Filmabend mit anschließender Diskussion zur Dokumentation „Operation Afrika. Die Jagd nach den Rohstoffen der Zukunft“ (ARTE/HR, STREETFILMS, 2024).

Der Film begleitet die globale Suche nach kritischen Rohstoffen in Afrika und beleuchtet geopolitische und wirtschaftliche Dynamiken sowie die enormen sozialen und ökologischen Folgen des Rohstoffabbaus anhand von drei Fallbeispielen: Kobaltabbau in Kleinminen in der Demokratischen Republik Kongo, ein Projekt für grünen Wasserstoff in Namibia, und das erdölgeplagte Niger-Delta in Nigeria, das auch Europa im Zuge der Energiewende weiterhin mit Erdgas versorgt.

Nach der Filmvorführung diskutierten die Filmschaffenden Philipp Sandner und Johannes Meier mit dem Politologen Dr. Jasper Finkeldey, der Juristin Lea Nele Schmidt und dem Geologen Nico Kropp über die Auswirkungen der globalen Energiewende. Moderiert wurde die Diskussion von PD Dr. Katrin Seidel, Teamleiterin des JTC-Innovationsteams A7.

Im Mittelpunkt der Podiumsdiskussion standen die Zusammenhänge zwischen dem für die Energiewende notwendigen Rohstoffabbau, dessen fehlender Regulierung, und den damit einhergehenden physischen und ethischen Kosten für Mensch und Natur. Durch die Kombination aus Film, Podium und anschließender offener Diskussion entstand eine lebendige Atmosphäre, die viele Besucher*innen zum Mitdenken und Mitreden einlud.

Die Filmemacher erzählten von den Herausforderungen beim Dreh und welche Momente ihren ganz persönlichen Horizont erweitert haben. Sie konnten außerdem zum aktuellen Stand der im Film von 2024 gezeigten Vorhaben berichten. Die Wissenschaftler*innen diskutierten die aus dem Rohstoffbedarf entstehenden Herausforderungen. Dabei wurde deutlich, dass z.B. Recycling allein den Bedarf nicht wird decken können, da viele seltene Erden über lange Zeit in aktuellen Bauteilen gebunden sind (z.B. 20-40 Jahre in Windrädern). Stattdessen sollte die Gewinnung effizienter werden, nicht allein durch neuen Bergbau – auch in Europa – sondern auch durch die Ertragssteigerung aus bisherigen Abfallprodukten des Bergbaus.
Lea Schmidt erläuterte die Anforderungen an das Völkerrecht und nationale Gesetzgebung aber betonte auch die Bedeutung von freiwilligen Selbstverpflichtungen von Unternehmen und dass diese Wirksamkeit entfalten können, wenn es regulierende und kontrollierende Institutionen gibt.
Aus politikwissenschaftlicher Perspektive erläuterte Jasper Finkeldey die globalen und geopolitischen Verflechtungen von afrikanischen mit chinesischen Akteuren und wie europäische Politiker und Unternehmerinnen in diesem Kontext wahrgenommen werden. Für nachhaltige Rohstoffgewinnung muss die gesamte Wertschöpfungskette vom Abbau bis zum Endprodukt betrachtet und reguliert werden.
Aus dem Publikum kamen zahlreiche Fragen und Anmerkungen, z.B. zu einzelnen Projekten, zur Wahrnehmung des Films in den portraitierten Ländern und Gemeinden und der Hinweis auf steigenden Rohstoff- und Energiebedarf auch durch einen bisher nicht beleuchteten Aspekt, nämlich die zunehmende Digitalisierung und durch KI.

Den Ausklang des Abends bildete ein informelles Beisammensein bei Getränken und Brezeln. Das JTC-Team A7 dankt allen Mitwirkenden herzlich.

Die Veranstaltung fand im Rahmen des internationalen Workshops zu „Transnationaler Rohstoffgovernance und Wertschöpfungsketten“ statt und bildete den öffentlichen Teil des wissenschaftlichen Austauschs.