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Bericht
Regionaler Impact durch Open Source-Technologie?
28. Sep. 2026
Team C1
Ein Workshop-Bericht von der dritten OSHOP-Konferenz, 23.-24. September 2026 in Halle (Saale)
JTC Team A1 Strukturwandel &<br />
Partizipation: Gruppenbild – Dr. Jan Winkler, Hermine Bär, Cheyenne Wolf, Pia Kahlfuß, nicht abgebildet: Felix Schiedlowski

 

Was geschieht, wenn Open Source-begeisterte Hallenser*innen aus der öffentlichen Verwaltung, der Zivilgesellschaft und der Privatwirtschaft zusammenkommen, um gemeinsam die Frage zu diskutieren, wie mit Open Source-Technologien ein regionaler Impact gelingen kann?

Dieser Frage gingen Forschende und Mitarbeitende des Just Transition Centers in einem Workshop auf der Open Source Hardware Konferenz (OSHOP) nach. Die Konferenz fand am 23. und 24. September 2026 in Halle (Saale) statt.

Schon zu Beginn zeigte sich: Open Source ist längst aus seiner Nische herausgetreten. Menschen aus Verwaltung, Zivilgesellschaft und Wirtschaft interessieren sich in der Region zunehmend für offene Technologien – und bringen dabei sehr unterschiedliche Perspektiven mit.

Im Workshop diskutierten die Teilnehmenden Handlungs- und Potenzialfelder, konkrete Anwendungen und Produkte, Bedarfe und Herausforderungen sowie mögliche Zielgruppen und Umsetzende. Daraus entstand ein vielfältiges Bild der Chancen, die Open Source für die Region bieten kann. Im Folgenden stellen wir einige zentrale Ergebnisse vor.

Bildung: Wissen aufbauen, Kompetenzen stärken

Im Bereich Bildung wurde deutlich: Viele Teilnehmende verbinden Open Source vor allem mit einer Frage – Wie können wir offene Technologien konkret in unserem Umfeld einsetzen? Open Source soll dabei helfen, Wissen und Kompetenzen vor Ort zu stärken.

Die Teilnehmenden sprachen sich außerdem dafür aus, Bildungsprogramme zu entwickeln und „Dritte Orte“ stärker als Orte des lebenslangen Lernens zu nutzen und zu fördern.

Verwaltung: Unsicherheiten abbauen

In der öffentlichen Verwaltung bestehen teilweise noch große Unsicherheiten im Umgang mit Open Source. Viele fragen: Welche Lizenzen gelten? Wie prüfen wir Code sicher? Und wie können andere Kommunen eine Lösung später problemlos weiterverwenden?

Diese Fragen zeigen, dass Verwaltungen verlässliche Informationen, klare Prozesse und Austauschmöglichkeiten brauchen, um Open Source erfolgreich einzusetzen.

Wirtschaft: Geschäftsmodelle offen denken

Einige junge Designer*innen sowie kleine und mittlere Unternehmen aus dem Bereich Open-Source-Hardware beteiligten sich am Workshop. Sie betrachteten Open Source vor allem aus einer wirtschaftlichen Perspektive.

Im Mittelpunkt stand die Frage, wie sich neue Finanzierungsmodelle – etwa offene Pricing-Modelle – in nachhaltige Geschäftsmodelle integrieren lassen. Die Teilnehmenden wünschten sich mehr Austausch darüber, wie solche Modelle entstehen, funktionieren und wachsen können. Ihre Botschaft lautete: „Wieso nicht mehr über Geld reden?“

Anwendungen: Ideen sammeln, Lücken erkennen

Die Teilnehmenden sammelten bestehende zivilgesellschaftliche Open-Source-Projekte und identifizierten zugleich Anwendungen und Produkte, die es bislang noch nicht gibt. Besonders oft nannten sie:

  • vernetzende Plattformen, etwa ein digitales „Schwarzes Brett“

  • Lerntools für digitale Bildung, Künstliche Intelligenz, Bildung für nachhaltige Entwicklung und Demokratiebildung

  • Mobilitätslösungen, etwa die Open-Source-Plattform „co-oto“

  • Office- und Fachsoftware

  • Full-Service-Dienstleistungen rund um Open-Source-Projekte

Zielgruppen: Open Source betrifft alle

Die Diskussion über mögliche Zielgruppen und Umsetzende zeigte: Open Source betrifft die gesamte Gesellschaft. Offene Technologien entstehen im Zusammenspiel unterschiedlicher Akteur*innen – zwischen einer oft ehrenamtlich engagierten Zivilgesellschaft, einer zunehmend nachhaltigkeitsorientierten Wirtschaft und einer Verwaltung, die Verantwortung für das Gemeinwohl übernimmt.

Wie diese Akteur*innen zusammenarbeiten, bleibt eine zentrale Frage. Sie muss immer wieder neu ausgehandelt werden.

Ergebnisse anschaulich entdecken

Um die vielen Ideen, Fragen und Verbindungen besser zu erfassen, haben wir die Ergebniskarten des Workshops in einer interaktiven Karte zusammengefasst. Dort lassen sich die diskutierten Themen und Zusammenhänge weiter erkunden.

Ausblick: Potenziale gemeinsam entwickeln

Das Workshop-Format hat sich bewährt: Alle Teilnehmenden konnten ihre Perspektiven einbringen und gemeinsam diskutieren. In der knappen Zeit entstanden zwar noch keine fertigen Projekte – aber deutlich wurde, wie viele Ideen und engagierte Menschen es in der Region bereits gibt.

Jetzt gilt es, diese Potenziale weiterzuentwickeln. So kann Open Source in der Region nachhaltig wirken.

Das JTC-Innovationsteam „Nachhaltigkeit-Normung“ begleitet diesen Prozess. Im Rahmen des Open Source Project Office bieten die Kollegen während der gesamten JTC-Projektlaufzeit eine offene, unverbindliche und kostenfreie Beratung zu Open-Source-Technologien an. Interessierte können sich jederzeit per E-Mail melden oder das Team bei einer der kommenden Veranstaltungen direkt ansprechen.