Policy Papers on Just Transition
No. 11
Steffi Formann, Lutz Koch, Andreas Kamradt
Green Bioeconomy: Biological Raw Material Recovery and Plant- Based Technologies for Sustainable Structural Change:
Biological mining and remediation technologies as drivers of regional value creation and economic transformation
15 May 2026
Abstract
Biological processes and plant-based technologies such as phytomining and phytoremediation open up new prospects for ecologically and economically sustainable structural change. They enable the recovery of valuable raw materials from biomass whilst simultaneously remediating contaminated sites. In this way, previously unused or contaminated sites can be revitalised and developed for new uses. These innovative approaches create regional value chains and make a direct contribution to achieving key objectives of structural change. They promote the creation of a liveable environment, support the development and establishment of sustainable value chains with future-proof energy structures, and contribute to the creation of new jobs in the regions. The Mansfeld-Südharz structural change region offers ideal conditions for establishing sustainable metal extraction and bioeconomic material flows in Saxony-Anhalt as a model region. Through interconnected process chains – ranging from plant-based mining, through biomass utilisation and metal recovery, to the production of bioenergy, bio-based materials and bioeconomy products – environmental and economic objectives can be effectively combined. This generates measurable added value in the short term whilst simultaneously delivering ecological benefits for the region, setting an example for others to follow. The successful implementation of these approaches requires clear political guidelines, tailored funding instruments, fair regulation, and regional implementation strategies that strengthen both innovation and sustainability in equal measure.
No. 12
Hermine Bähr, Jenny Steinhorst, Jan Winkler, Cheyenne Wolf
Wenn Engagement Wandel tragen soll: Strukturwandel von unten gestalten – Chancen, Grenzen und Spannungsfelder lokaler Freiwilligenarbeit am Beispiel des Revierpionier-Wettbewerbs
26 May 2026
Abstract
Strukturwandel entscheidet sich nicht nur in Großprojekten, sondern im Alltag vor Ort. Das Policy Paper zeigt am Beispiel des Ideenwettbewerbs Revierpionier, wie freiwilliges Engagement im südlichen Sachsen-Anhalt genau dort wirksam wird: in Nachbarschaften, Vereinen und sozialen Orten, wo Menschen Wandel konkret gestalten. Auf Basis qualitativer Interviews wird deutlich, dass niedrigschwellige Förderung Selbstwirksamkeit, Vernetzung und demokratische Teilhabe stärkt – und Wandel
als machbar erfahrbar macht. Gleichzeitig offenbaren sich strukturelle Spannungen: kurze Förderlogiken, begrenzte Reichweiten und die Erwartung, dass Ehrenamt Lücken öffentlicher Daseinsvorsorge auffängt. Engagement setzt wichtige Impulse, stößt jedoch an klare Grenzen. Damit es mehr sein kann als „Wandel im Kleinen“, braucht es verlässliche Strukturen, institutionelle Einbettung und politische Rückendeckung, die lokale Initiativen mit langfristigen Transformationsstrategien verbindet.
Martin Kriemann, Michael Janowitz
Kinder- und Jugendhilfe als demokratische Infrastruktur:
Verlässlichkeit sichern in Halle (Saale)
15 April 2026
Abstract
Erste Einrichtungen sehen sich gezwungen, ihre Angebote zu reduzieren oder einzustellen; Fachkräfte stehen unter erheblichem Druck, Teams planen ins Ungewisse hinein. Betroffen sind insbesondere jene Leistungsbereiche, die in der kommunalen Haushaltslogik häufig als „freiwillige Aufgaben“ gelten und deshalb als disponibel behandelt werden: Jugendarbeit (§ 11), Jugendverbandsarbeit (§ 12), Jugendsozialarbeit (§ 13), erzieherischer Kinder- und Jugendschutz (§ 14) sowie die Förderung der Erziehung in der Familie (§ 16). Diese Bereiche sind jedoch gesetzlich verankerte Aufgaben der Kinder- und Jugendhilfe und Teil kommunaler Daseinsvorsorge.
In einer Stadt, die seit 1989/90 tiefgreifende Transformationsprozesse erlebt und in der sozialräumliche Ungleichheiten und Armutslagen stark konzentriert auftreten, sichern Einrichtungen nach §§ 11–14 sowie des § 16 SGB VIII verlässliche Räume für Bildung, Begegnung und Beteiligung. Ihre Stabilität ist
eine Voraussetzung für die soziale und demokratische Zukunftsfähigkeit der Stadt. Mittelfristig sind mehrjährige und verlässliche
Finanzierungsstrukturen notwendig. Die Leistungsbereiche der §§ 11–14 sowie des § 16 SGB VIII müssen als Kern kommunaler Infrastruktur behandelt werden.
No. 10
Steffi Formann, Lutz Koch, Andreas Kamradt
Grüne Bioökonomie: Biologische Rohstoffrückgewinnung und pflanzenbasierte Technologien für einen zukunftsfähigen Strukturwandel:
Biologische Bergbau- und Sanierungstechnologien als Impulsgeber regionaler Wertschöpfung und wirtschaftlicher Transformation
15 May 2026
Abstract
Biologische Verfahren und pflanzenbasierte Technologien wie Phytomining und Phytoremediation eröffnen neue Perspektiven für einen ökologisch und ökonomisch tragfähigen Strukturwandel. Sie ermöglichen die Rückgewinnung wertvoller Rohstoffe aus Biomasse und zugleich die Sanierung belasteter Standorte. Auf diese Weise können ehemals ungenutzte oder kontaminierte Flächen revitalisiert und für neue Nutzungen erschlossen werden. Diese innovativen Ansätze schaffen regionale Wertschöpfungsketten und leisten einen direkten Beitrag zur Erreichung zentraler Ziele des Strukturwandels. Sie fördern die Gestaltung einer lebenswerten Umwelt, unterstützen den Aufbau und die Etablierung nachhaltiger Wertschöpfungssysteme mit zukunftsfähigen Energiestrukturen und tragen zur Schaffung neuer Arbeitsplätze in den Regionen bei. Die Strukturwandelregion Mansfeld-Südharz bietet hierfür ideale Rahmenbedingungen um als Modellregion nachhaltige Metallgewinnung und bioökonomische Stoffströme in Sachsen-Anhalt zu etablieren. Durch vernetzte Prozessketten – von pflanzenbasiertem Bergbau über Biomasse-Nutzung und Metallrückgewinnung bis hin zur Erzeugung von Bioenergie, biobasierten Materialien und Produkten der Bioökonomie – lassen sich Umwelt- und Wirtschaftsziele wirkungsvoll miteinander verbinden. So entsteht kurzfristig messbare Wertschöpfung und gleichzeitig ökologischer Gewinn für die Region mit Beispielcharakter. Für eine erfolgreiche Umsetzung dieser Ansätze sind klare politische Leitlinien, passgenaue Förderinstrumente, eine faire Regulierung sowie regionale Umsetzungsperspektiven, die Innovation und Nachhaltigkeit gleichermaßen stärken, erforderlich.
Martin Kriemann, Stephanie Freide, Eleonore Freier
Strukturwandel als soziale Transformation:
Bildung und Teilhabe im südlichen Sachsen-Anhalt
31 October 2026
Abstract
Im Forschungs- und Transferprojekt „Gerechte Übergänge, Bildungs- und Teilhabechancen für Kinder, Jugendliche und Erwachsene“ untersuchen wir, wie sich der Umbau von der fossilen zur dekarbonisierten Wirtschaft für die Menschen vor Ort bemerkbar macht und welche Ein- und Ausschlüsse in Bildung und Gesellschaft damit verbunden sind.
Im Folgenden zeigen wir, warum es wichtig ist, der sozialen Seite des Strukturwandels mehr Aufmerksamkeit zukommen zu lassen, um gerechte Übergänge in eine postfossile Region zu gestalten.
Eva Fabian, Katja Klebig
Transitionen des Ländlichen?
Das regionale Selbstverständnis im Spannungsfeld der Herausforderungen ländlicher Räume
30 January 2026
Abstract
Das Policy Paper analysiert diese Entwicklungen anhand von Beiträgen einer Ad-hoc-Gruppe auf dem Kongress der Deutschen Gesellschaft für Soziologie 2025 und richtet den Fokus auf regionale Selbstverständnisse, lokale Handlungslogiken und gesellschaftliche Aushandlungsprozesse.
Die zentralen Befunde zeigen, dass es „den“ ländlichen Raum nicht gibt, sondern eine große Heterogenität unterschiedlicher Ausgangslagen, Akteurskonstellationen und Entwicklungspfade. Anhand von Beispielen aus Strukturwandelregionen, Kleinstädten, Energiewende-Konflikten und zivilgesellschaftlichen Initiativen wird deutlich, dass Transformationsfähigkeit wesentlich von kontextspezifischen Ortslogiken, historisch gewachsenen Eigentums- und Mentalitätsstrukturen sowie wahrgenommenen Teilhabechancen abhängt.
Das Paper leitet daraus praxisnahe Handlungsperspektiven für Politik und Verwaltung ab und plädiert für eine sozial gerechte, beteiligungsorientierte und ortssensible Gestaltung von Transformationsprozessen, um ländliche Räume als aktive Mitgestaltungsräume gesellschaftlicher Erneuerung zu stärken.
Sophie Altmiks, Jürgen Viet Anh Höpfel, Alexander Klose, Daniel Wolter
Chemistry in Transition
Kultur- und sozialwissenschaftliche Beiträge zu einer nachhaltigen Chemie in einer sozial-ökologisch transformierten Gesellschaft
26 September 2026
Abstract
Im Forschungs- und Transferprojekt „Gerechte Übergänge, Bildungs- und Teilhabechancen für Kinder, Jugendliche und Erwachsene“ untersuchen wir, wie sich der Umbau von der fossilen zur dekarbonisierten Wirtschaft für die Menschen vor Ort bemerkbar macht und welche Ein- und Ausschlüsse in Bildung und Gesellschaft damit verbunden sind.
Im Folgenden zeigen wir, warum es wichtig ist, der sozialen Seite des Strukturwandels mehr Aufmerksamkeit zukommen zu lassen, um gerechte Übergänge in eine postfossile Region zu gestalten.
Ralf B. Wehrspohn, Isabel Salavisa, Bernardete Ribeiro, José Ferreira Machado, Martin Zadražil, Vito Di Noto, Ehrenfried Zschech
Quantitative Measurement of Innovation Ecosystems: Example Portugal
15 October 2025
Abstract
The model distinguished between fundamental research, applied research and industrial testing labs. We tested successfully our model in the Portuguese Research & Development (R&D) system by comparison with qualitative interviews.
Kathrin Seidel
Just Transitions Beyond Silos:
Toward Inclusive and Ethical Governance
11 July 2025
Abstract
Lucas Lasota, Martin Häuer, Benjamin Kashlan, Tom Dietel
Sovereign and Sustainable Infrastructure Powered by Open Standards and Open-Source
29 August 2025
Abstract
The model distinguished between fundamental research, applied research and industrial testing labs. We tested successfully our model in the Portuguese Research & Development (R&D) system by comparison with qualitative interviews.
Abstract
Beispiele wie die Stilllegung und geplante Umnutzung des Kraftwerks Frimmersdorf II in ein Rechenzentrum oder die Umwandlung des Tagebaus Garzweiler II in einen See zeigen, wie Infrastrukturen angepasst werden können. Akteure aus Wissenschaft, Politik und Wirtschaft betonen die Notwendigkeit partizipativer und innovativer Ansätze (z.B. „informelle Tische“) sowie den Austausch mit anderen Regionen.
Zentrales Ergebnis: Strukturwandel ist kein isolierter Prozess, sondern ein Geflecht von interagierenden, global und lokal vernetzten Veränderungen, deren Gestaltung durch Resilienz, Mut zur Veränderung, Mut zum Fehler und die Anerkennung unserer Landschaften als Ressource gelingen kann.
Konstantin Branovitskiy
Digitaler Rechtsraum: Sachsen-Anhalts Chance im Strukturwandel
7 May 2025
Abstract
Das Forschungsprojekt des LegalTech Lab JTC präsentiert umsetzbare Lösungsansätze für eine digitale Systemerneuerung, darunter Verfahrensmodellierung, automatisierte Prozesse und digitale Kompetenzentwicklung.
Internationale Vergleiche, unter anderem mit Estland, verdeutlichen das Potenzial solcher Modernisierungen als Katalysator für wirtschaftliche Stabilisierung, institutionelles Vertrauen und zukunftsorientierte Arbeitsplätze in der Region.
Publications
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